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Infos zu den Baugruppen

Vier große Baugruppen spiegeln die frühere Siedlungsform in der jeweiligen Herkunftsregion wider:

Grafik: Geländeplan. Grafik kann in neuem Fenster vergrößert werden.
Geländeplan LVR-Freilichtmuseum Kommern

 

Informationen zu den einzelnen Baugruppen:

 

Baugruppe Westerwald

Foto: Baugruppe Westerwald. Foto kann in neuem Fenster vergrößert werden.Der Westerwald ist Dorfsiedlungsgebiet.

Die Höfe bestehen aus Haus, Stall und Scheune; ihre Anordnung folgt keinem festen Schema, die Bebauung ist locker, der Hofplatz meist zur Straße hin offen. Charakteristisch für die Häuser in den Höhendörfern sind die wetterseitig abgeschleppten Dächer als Wetterschutz (so auch in der Baugruppe des Museums).

Die Gebäude sind nach ihren Nutzungsarten klar getrennt. Zusammenbau von Wohnung und Stall oder von Scheune und Stallungen bleiben in älterer Zeit die Ausnahme. Für jede Funktion gibt es ein eigenes Gebäude.

Die ältesten erhaltenen Westerwaldhäuser waren ursprünglich Rauchhäuser ohne Rauchabzug über Dach. Im 17. Jahrhundert werden erstmals hölzerne Rauchschlote in Feuerordnungen genannt

Waldreichtum und Viehbesitz der Westerwälder Bauern sorgten bis ins 18. Jahrhundert für eine Wirtschaftsblüte.

Bevölkerungswachstum und Abbau der Wälder als Holzkohlelieferanten für die Siegener und Dillenburger Eisenindustrie führten dagegen im 19. Jahrhundert zu einer allgemeinen Verarmung. Der Westerwald wurde zum Notstandsgebiet.

Mehr Informationen im Kurzführer Westerwald (PDF-Datei, 619 KB) zum Download.


 

Baugruppe Eifel

Foto: Baugruppe Eifel. Foto kann in neuem Fenster vergrößert werden.Dörfliche Siedlungen bestimmen das Bild der Eifel. Große, geschlossene Straßen- und Haufendörfer gibt es vor allem im Vorland und den früh besiedelten Randzonen der Eifel.

Stattliche Höfe kennzeichnen die Niederrheinische Bucht, die der Eifel im Norden und Nordosten vorgelagert ist. Und fruchtbare Böden und große Ackerparzellen bestimmen das Landschaftsbild.

Die „arme" Eifel dagegen findet sich in den Mittelgebirgsregionen.

Die Böden waren schlecht, ihre Parzellen klein. Auch bei harter Arbeit lieferten sie nur geringe Erträge. Wegen der schlechten Böden musste Ackerland immer wieder brach liegen.

Mit der Siedlungsverdichtung im Dorf entstanden aus Höfen, deren Gebäude locker und unregelmäßig auf weiträumigen, umzäunten Hofplätzen verteilt waren, regional unterschiedliche Hofformen.

Im Norden herrscht der Winkel- und Mehrkant-Hof vor, während im Süden die Tendenz eher zum Streckhof geht.

Im Hohen Venn entwickelte sich dagegen mit dem Einhaus eine Sonderform, die Wohnung, Stall und Scheune unter einem Dach zusammenfasst.

Mehr Informationen im Kurzführer Eifel (PDF-Datei, 515 KB) zum Download.


 

Baugruppe Niederrhein

Foto: Baugruppe Niederrhein. Foto kann in neuem Fenster vergrößert werden.Auf dem Land bestimmten einzeln gelegene Hofanlagen, genannt, das Bild des Niederrheins, und vor allem in seinem nördlichen Teil sind sie heute noch zu finden. Zentrum dieser Hofanlagen am nördlichen Niederrhein ist das Hallenhaus, das verschiedene Nutzungsarten unter einem Dach beherbergt: Durch das giebelseitig gelegene Einfahrtstor gelangt man auf die das Mittelschiff bildende Diele, an deren Längsseiten die im Vergleich mit den Höfen der anderen Museumsbaugruppen recht großen Stallungen für Pferde und Kühe liegen: Die Rinderhaltung spielte in weiten Teilen des Niederrheins eine große Rolle.

Mehr Informationen im Kurzführer Niederrhein (PDF-Datei, 383 KB) zum Download.


Baugruppe Bergisches Land

Foto: Baugruppe Bergisches Land. Foto kann in neuem Fenster vergrößert werden.Einzelhöfe und Weiler prägten das Bild des Bergischen Landes. Wohn-Stallhäuser bildeten mit separaten Scheunen und Speichern die Hofanlagen.

Die Bauernhäuser vereinten Wohnung und Stall unter einem Dach. Für die bäuerlichen Hofanlagen im Bergischen Land hatte die Viehhaltung größere Bedeutung als der Ackerbau. In den Tiefställen konnten die Tiere den ganzen Winter über „aufgestallt" werden. Die Futtertröge hingen an Ketten und konnten mit den anwachsenden Mistschicht „mitwachsen".

Angebaut wurden im Bergland vorwiegend Hafer und Roggen, nur in der fruchtbaren Rheinebene gelang der Weizenanbau.

Schon früh wurde das Bergische Land zu einer bedeutenden Industrieregion. Diese Situation sorgte dafür, dass die wirtschaftliche Situation in der Region stabiler bleib als in anderen. Bauern, die in Not gerieten, konnten vor Ort als Arbeiter ein Auskommen finden.

Mehr Informationen im Kurzführer Bergisches Land (PDF-Datei, 341 KB) zum Download.

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