Ostereierfärben mit natürlichen Materialien

gefärbte Eier in einer Eierpackung

Mit Eiern wurden die Zinsen bezahlt

Am Gründonnerstag, 13. April, und Karfreitag, 14. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr, können Kinder, aber auch ihre erwachsenen Begleiter mit den Hauswirtschafterinnen des LVR-Freilichtmuseums Kommern nach traditionellen Methoden Ostereier färben. Für das Färben brauchte man früher einfache Naturfarben, Zwiebelschalen waren dabei am bekanntesten: In ihrem Sud werden Eier gelb und orange. Für das Blaufärben nahm man zum Beispiel Rotkohl, für grüne Eier die aufgekochte Brühe frischer Brennnesselblätter. Beim Ostereierfärben werden die Teilnehmer Farbtönungen kennenlernen, die vollkommen von der Färbung der „Party“-Eier aus den Supermarkt-Regalen abweichen. Für den Transport der selbst gefärbten Eier können die Teilnehmer unter Anleitung der Hauswirtschafterinnen kleine Behälter basteln.

Die Bezeichnung „Osterei“ taucht erstmals im 17. Jahrhundert auf. Der Brauch des Ostereierschenkens geht auf die zum Ostertermin fälligen und die Lieferung von Eiern einschließenden Naturalzinsen zurück, die die Bauern als Abgaben an die Herrschaft oder auch als „Kirchensteuer“ an Klöster und Pfarrer zu leisten hatten. Diese verwendeten aber nicht immer alle „Zinseier“ selbst, sondern verschenkten sie an Kinder.

In der Eifel bekam jeder, der zu Ostern ein Haus betrat, ein Ei überreicht. Kinder wurden von ihren Eltern und Paten mit Ostereiern beschert. Die Klapperjungen erhielten für das Karklappern, der Küster für seinen Dienst und der Pfarrer für die Abnahme der Beichte Eier zum Osterfest. Der heute noch in Südosteuropa verbreitete Brauch, aus dem Ei ein kleines Kunstwerk mit filigranen Motiven zu schaffen, war im Rheinland nie bekannt. Hier erhielten die Eier durch Naturfarben lediglich ein buntes Aussehen.

Eine Anmeldung zur Teilnahme am Ostereierfärben ist nicht erforderlich, es wird um eine Spende für das Verbrauchsmaterial gebeten. Bitte keine Eier zum „Färbenlassen“ mitbringen!