Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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verbunden?! - Leben im (Rh)einwanderungsland

30. Mai 2010 bis 8. Mai 2011

Begleitprogramm zur Ausstellung

Bericht über den Ausstellungsbesuch

Materialien zur Ausstellung

Bild: Flyer der Ausstellung Verbunden. Kann in neuem Fenster vergrößert werden.Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts sind viele Männer und Frauen aus den verschiedensten europäischen und außereuropäischen Ländern nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten. Was als ein vorübergehender Aufenthalt von Menschen aus damals strukturschwachen Ländern gedacht war, entwickelte sich zu einer langfristigen Lebensperspektive für diejenigen, die nach Deutschland gekommen waren.

Schlaglichtartig zeigt die Ausstellung Beispiele persönlicher Lebensgestaltung von Migrantinnen und Migranten im Rheinland: Wie sie hier leben, wie sich eingerichtet haben, welche Erinnerungsstücke, welche Bräuche und alltäglichen Dinge sie ins Rheinland mitgebracht haben. Es zeigt, wie sie rheinische Eigenarten und Lebensweisen in ihr eigenes Leben aufnehmen. Nicht die in der Gesellschaft diskutierte Migrationspolitik steht im Vordergrund. Es geht vielmehr um die persönlichen Wege, die eigenen Lebenserfahrungen und vertrauten Verhaltensweisen den Alltagssituationen im (Rh)einwanderungslandes anzupassen, zu ergänzen und zu einer neuen Lebensgrundlage zu verbinden.

Die Ausstellung ist einem Call-Shop nachempfunden. Seit den 1970er Jahren gab es in den Großstädten in Straßen, die von vielen Migranten benutzt wurden, Call-Shops, in denen Telefonkabinen abgetrennt waren. Später kamen auch Arbeitsplätze mit PC und Internet-Verbindung hinzu.

In unseren Kabinen schildern Migratinnen und Migranten ihr Leben - in Bildern, Interviews und mit ausgewählten Objekten. Weitere Medieneinheiten bieten Informationen zur Geschichte der Migration und zu den jeweiligen Herkunftsländern. Ein Café rundet die Präsentation ab.

 

Begleitprogramm zur Ausstellung

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern gibt mit seinen Ausstellungen „verbunden" und „fremd/vertraut" Denkanstöße, Menschen mit Migrationshintergrund und deren Leben kennen zu lernen. Dazu bieten wir an:

Führung „Migration ins und aus dem Rheinland"

Nicht immer war das Rheinland für alle eine lebenswerte Region. In der Ausstellung „WirRheinländer" erfahren Sie, weshalb Rheinländerinnen und Rheinländer im 19. Jahr-hundert ausgewandert sind. Im Gegensatz dazu berichtet die Ausstellung „verbunden!?  Leben im (Rh)einwanderungsland" über die Gründe für Einwanderung ins Rheinland in den letzten 50 Jahren. Die Führung zeigt, was Menschen dazu veranlasst, ihre Heimat zu verlassen und – häufig verbunden mit einem hohen Risiko – ein neues Leben in einer völlig fremden Region anzufangen. Mit welchen Problemen haben sie dabei zu kämpfen? Wie richten sie ihr neues Leben ein? Und welche Erinnerungsstücke, welche Ideen, Bräu-che oder alltägliche Dinge haben sie aus ihrem Land ins Rheinland mitgebracht?

„Eine Schulklasse wandert aus"

Wie fühlt man sich, was nimmt man mit und was ist einem wichtig, wenn man in ein völ-lig fremdes Land kommt, in dem man leben wird? Welche Probleme ergeben sich und wie kommt man mit dem neuen Leben klar? Bei dem Projekt versetzen sich Schülerinnen und Schüler in die Situation von Menschen, die auswandern. Anhand der biografischen Bei-spiele in der Ausstellung werden Schülerinnen und Schüler angeregt, sich in die Migrati-onssituation hineinzuversetzen. In Gruppenarbeit werden die Eindrücke, Emotionen und Erfahrungen gesammelt und gemeinsam vorgestellt.

"Auf Spurensuche"

Anhand eines Fragebogens gehen Sie auf Spurensuche und erforschen die Lebenssituation von Eltern, Großeltern, Freunden, Bekannten mit Migrationshintergrund. Die Ergebnisse veröffentlicht das LVR-Freilichtmuseum Kommern auszugsweise im Internet, so dass nach und nach ein spannender Einblick in die multikulturelle Vielfalt des Rheinlands entsteht.

Weitere Informationen und Projekte: www.kommern.lvr.de. Information und Buchung:
kulturinfo rheinland, Tel. 02234 9921-555 oder info@kulturinfo-rheinland.de

 

Bericht des Ökumenischer Arbeitskreis Flüchtlingshilfe und Ökumenischer Arbeitskreis Pro Asyl, Erftstadt über den Besuch der Ausstellung:

Integration auf neuen Wegen!?

Der ökumenische Arbeitskreis Flüchtlingshilfe und der Fachdienst Integration und Migration der Stadt Erftstadt organisierten auch in diesem Jahr wieder einen Ausflug für Migranten.

Das Ziel war in diesem Jahr das Freilichtmuseum in Kommern. Dort angekommen gab es

vieles aus vergangenen Tagen zu entdecken. Nachdem bereits viele der alten Häuser

von innen und außenbesichtigt wurden, ließen sich die 92 Erftstädter MigrantInnen zum Picknick in einem schattigen Wäldchen unterhalb der Ausstellungshallen auf Bänken, Decken und bunten Tüchern nieder. Ein älterer Herr sprach uns an und fragte: „Gehören Sie zur Ausstellung?" Wir verneinten lachend und erklärte ihm, dass wir mit unserer Multi-Kulti Truppe aus 12 unterschiedlichen Ländern einen Tagesausflug hierhin gemacht hatten.. Der alte Herr freute sich über das farbenfrohe Bild und wünschte noch einen schönen Tag. Als Kostprobe gaben ihm die Frauen ein Stück Börek (türkische Teigtasche) mit auf den Weg.

Die Frage des Herrn war gar nicht so unberechtigt, da z.Zt. zum Thema Migration die Ausstellung „Verbunden?! –Leben im (Rh)einwanderungsland" im Freilichtmuseum gezeigt wird. Viele der Migranten konnten sich mit den aufgeführten Beispielen der persönlichen Lebensgestaltung von ausländischen Mitbürgern identifizieren. Wie sie hier leben, wie sie sich eingerichtet haben, welche Erinnerungsstücke, welche Bräuche und alltäglichen Dinge sie mitgebracht haben und wie sie rheinische Eigenarten und Lebensweisen (Karneval, St. Martin) in ihr eigenes Leben aufnehmen.

„Schaut mal, die Frauen haben früher in Deutschland auch Kopftuch getragen" rief Fatima und zeigte auf ein Foto aus den 50er Jahren, auf dem deutsche Frauen in schicken Kleidern und einem schön drapierten Kopftuch gezeigt wurden. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Kopftuch als Kleidungsstück sehr wohl von Frauen unterschiedlicher Kultur geschätzt wird ohne dass unbedingt ein religiöser Hintergrund vorhanden sein muss.

Die alten Bauernhäuser, die Erzählungen vom Schulalltag in den Dörfern, die Nutztierhaltung im Haus, der Backofen im Hof, all das erinnerte die Erftstädter Migrantinnen an ihre Heimat. Rege tauschten sich die Frauen beim gemeinsamen Picknick über Brotbacktraditionen in Afrika und der Türkei aus. Als um 17 Uhr der Bus kam um die Gruppe wieder nach Erftstadt zu bringen, konnten sich viele nur schwer trennen. Dieser Tag hatte viele Erinnerungen an ihre alte Heimat geweckt und der Aufenthalt im Freilichtmuseum hatte gezeigt, dass der Alltag in Deutschland um die Jahrhundertwende ähnlich wie in ihren Heimatländern war. Frau E. aus dem Libanon sagte nach kurzer Zeit des Nachdenkens: „Jetzt bin ich schon fast 20 Jahre in Erftstadt und einiges ist mir hier bereits vertraut doch dieser Besuch heute hat gezeigt, dass ich noch vertrauter werden muss mit der deutschen Geschichte. Es ist egal, wo wir herkommen, welche Nationalität wir haben: wir wollen doch alle in der neuen Heimat nur in Frieden leben!"

(Helga Berbuir)

 

Materialien zur Ausstellung

Den Ausstellungsflyer zum Download finden Sie hier: Flyer "verbunden?!". (pdf, 260 kB)

Einige der Texttafeln können Sie hier zur Vorbereitung Ihres Besuchs herunterladen. Jede anderweitige Nutzung und Verbreitung ohne Rücksprache mit dem Museum wird untersagt.

Texttafel Migration (PDF-Datei, 75 KB)

Texttafel Frühe Wanderungsbewegungen (PDF-Datei, 101 KB)

Texttafel Wanderung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (PDF-Datei, 87 KB)

Texttafel Ausländische Arbeiter (PDF-Datei, 107 KB)

Texttafel Die Lebenswelt der ersten Arbeitsmigranten (PDF-Datei, 79 KB)

Texttafel Die Zeit des Wirtschaftswunders (PDF-Datei, 94 KB)

Texttafel Italiener im Rheinland (PDF-Datei, 364 KB)

Texttafel Italiener in anderen Wirtschaftszweigen (PDF-Datei, 94 KB)

Texttafel Italiener im Steinkohlebergbau (PDF-Datei, 426 KB)

Texttafel Wirtschaftskrise (PDF-Datei, 86 KB)

Texttafel Integration (PDF-Datei, 93 KB)

Texttafel Migration in Deutschland heute (PDF-Datei, 65 KB)

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